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Wiedersehen in Gérardmer

Der diesjährige Schüleraustausch nach Gérardmer, Frankreich, war ein voller Erfolg. Sollten sich im nächsten Jahr nicht genug deutsche Schüler finden, würden wir alle mit Freuden ein weiteres Mal mitfahren.

Schon während der 11-stündigen Anreise wurde uns bewiesen, was für Wunder so ein Austausch doch vollbringen kann, denn mit den Heliumluftballons von McDonalds, die nach der ersten Rast im Bus schwebten, wurde uns allen wohl ein Kindheitstraum erfüllt. Als eine Schülerin dann das Helium auch noch einatmete, konnte es nicht mehr besser werden. Das dachten wir zumindest, bis wir Gérardmer sahen. Die kleine Stadt in den Bergen ließ uns darüber nachdenken, was die Franzosen wohl gedacht haben, als sie Hannover gesehen haben.

 

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Der nächste Tag startete mit freundlichen Begrüßungsworten durch den Schulleiter und anschließendem Unterricht, der sich vom deutschen nur in einem wesentlichen Punkt unterscheidet: Während wir zur Begrüßung aufstehen und im Chor den/die Lehrer*in begrüßen, kann sich die französische Lehrkraft schon über ein leise gemurmeltes „Bonjour“ freuen.

Am Wochenende konnten wir dann unsere Gastfamilien besser kennenlernen und natürlich ganz viel Französisch sprechen. Hier ein Tipp an alle Französischschüler: „Ca va bien“ sagt in Frankreich niemand, das wären ja auch viel zu viele Wörter. Auf die Frage „Ca va?“ (Wie geht’s) wird maximal „oui“ (ja) oder „bien“ (gut) geantwortet, wenn überhaupt.

Trotz einiger solcher sprachlicher Überraschungen schafften wir es dennoch uns zu verständigen, was unser Führer im Moor uns allen bewies, indem er uns sehr gestenreich die Verwesung des menschlichen Körpers erklärte.

Auch in der von uns besuchten Bonbonfabrik stellte die fremde Sprache kein Problem dar, denn wer will zwischen Bonbons mit Tannen-, Honig- oder Veilchengeschmack noch reden?

Umso mehr reden mussten wir dafür beim Geocaching in Colmar, der nächstgrößeren Stadt.

Doch wie sooft kam das Beste zum Schluss. Bei dem Abschlussprojekt bekamen wir die Aufgabe, unseren eigenen Song auf Deutsch und Französisch zu schreiben und mit einer selbstausgedachten Choreografie vorzutragen. Bei der Ergebnispräsentation stellte sich dann heraus, dass wir Deutschen alle drei Stunden essen und „Havana“ (ooh na-na) ganz einfach durch „Hannover“ (ooh na-na) ersetzt werden kann.

Verabschiedet wurden wir schließlich mit einer von den Franzosen organisierten Abschlussparty und reisten am nächsten Morgen bei strömendem Regen ab.

Spätestens als der Schulalltag wieder einsetzte, wird wohl jeder von uns mal den Wunsch geäußert haben, zurück nach Frankreich zu wollen. Wer weiß, vielleicht wird der ein oder andere den/die Austauschpartner*in tatsächlich mal besuchen?!

Text: Helena Alba (8a)